Viele Menschen mit geringem Einkommen gehen davon aus, dass ihre Bank einen Wohnungs- oder Hauskauf nicht finanziert. Doch das muss so nicht unbedingt stimmen, denn viele Kreditinstitute sehen auch bei niedrigem Einkommen durchaus Möglichkeiten. Banken denken in anderen Dimensionen als die meisten Lohn- und Gehaltsempfänger und genau hier liegt die Chance, Immobilieneigentum zu erwerben. Wobei es auf der Hand liegt, dass das Wunschobjekt nicht zu groß und damit unrealistisch teuer sein darf.

Eine wichtige Ausgangsüberlegung: Wieviel bezahle ich monatlich an Miete?

Die aktuell zu bezahlende Miete muss gleich zu Beginn aller Überlegungen in die Frage der Finanzierung einbezogen werden, denn genau dieser Betrag kann ebenso gut zur Rückzahlung eines Kredits und die Bedienung der Tilgungszinsen eingesetzt werden. Die Mietzahlung ist eine fixe Zahlpflicht, die sich ganz sicher nicht im Laufe der kommenden Jahre verringern wird, aus Erfahrung muss man vom Gegenteil ausgehen. Als Berechnungsgrundlage sollte allerdings die Nettomiete herangezogen werden, denn die Mietnebenkosten werden im Falle eines Immobilienkaufs durch regelmäßig anfallende Kosten „ersetzt“,  im Falle eines Hauskaufs sind das unter anderem die Grundsteuer, Müllgebühren, Straßenreinigung, Wasser und Abwasser, Kosten für die Heizung und die Heizungswartung, Strom, Versicherungen, Schornsteinfeger… die Faustregel lautet: Mindestens derselbe Betrag, den man aktuell an Mietnebenkosten bezahlt, muss beim Immobilienerwerb Eingang in die Kalkulation finden. Und natürlich sollte eine regelmäßige Rücklage für Instandhaltungskosten einkalkuliert werden.

Die Einschätzung durch die Bank und deren Konditionen geben den Ausschlag

Wichtig für die Bank als Kreditgeber ist vor allem auch ein Blick auf die berufliche und familiäre Situation und das Familienbudget; es geht hierbei um Stabilität, also die Sicherheit, vereinbarte Raten und Zinsen auch tatsächlich im Rahmen der zeitlichen Vereinbarung begleichen zu können. Von Vorteil ist in jedem Fall der Nachweis eines bereits länger bestehendes Arbeitsverhältnisses bei einem renommierten Arbeitgeber und der Nachweis, dass keine Konsumschulden bestehen, am besten durch eine Schufa-Selbstauskunft.

Eigenkapital ist vorteilhaft, jedoch nicht zwingend erforderlich

Auf jeden Fall wird man bei einem Geringverdiener nachfragen, über wieviel Eigenkapital er verfügt, denn dieses bestimmt die Höhe der Darlehenssumme. Erfreulich ist, das sich in der aktuellen Niedrigzins-Situation durchaus die Möglichkeit bietet, ganz ohne Eigenkapital eine Immobilie zu erwerben, vorausgesetzt der Beruf sichert ein regelmäßiges, stabiles Einkommen. Das derzeit herrschende Zinstief ermöglicht also auch eine 0%-Finanzierung, allerdings sind dann die Zinsen verständlicherweise deutlich höher. Ob mit oder ohne Eigenkapital, die aktuell und historisch niedrigen Darlehenszinsen, die gegenwärtig um die 1 – 1,5% liegen, erweitern den Spielraum für eine höhere Tilgung und letzten Endes eine tragbarere Finanzierung bei höheren Kaufkosten.

Die Kaufnebenkosten sind nicht unbeträchtlich

 In jede Kaufüberlegung einzuplanen sind die Nebenkosten des Kaufs. Die Grunderwerbsteuer liegt je nach Bundesland bei 3,5 – 6,5% vom Kaufpreis, die Grundbuchkosten schlagen mit 0,5% zu Buche. Notarkosten fallen mit rund 1,5% (zzgl. Mehrwertsteuer) an, und falls ein Makler den Kauf für Sie komplett abwickelt, sind je nach Bundesland 3,5 – 7% Maklergebühr fällig. Manchmal erfordert das Immobilienobjekt einen Gutachter, hier muss man mit mindestens 500 Euro rechnen, je nach Art und Umfang des Gutachtens.

Eine Finanzierung sollte alle anfassenden Kosten berücksichtigen!

Wie aufgezeigt, geht es bei der Immobilienfinanzierung nicht alleine um den reinen Kaufpreis des Objektes. Die oben aufgeführten Erwerbs- bzw. Kaufnebenkosten sind mit bis zu 15% vom Kaufpreis nicht unerheblich und müssen in den Finanzierungsplan aufgenommen werden. Und nicht zuletzt ist auch zu bedenken, dass nach dem Erwerb Kosten für den Umzug und vielleicht sogar Sanierungskosten anfallen.

Was die Finanzierung auch bei geringem Einkommen begünstigt

 Banken wollen Geschäfte machen, gleichzeitig aber auch ihr Finanzierungsrisiko überschaubar halten. Daher ist es immer von Vorteil, mit offenen Karten und gut vorbereitet in das Gespräch mit der Bank zu gehen. Viele Kaufinteressenten lassen sich von der Überlegung leiten, dass ein professioneller Immobilienmakler nicht nur das passende Wunschobjekt im Markt für sie findet, sondern auch seine umfassenden Erfahrungen und Kontakte in punkto Finanzierung in seine Arbeit einbringt.

Wer klare Vorstellungen vom Objekt seiner Träume hat und sich die auf ihn zukommenden Belastungen nicht „schönrechnet“, wer sich über einen fairen Marktpreis informiert hat, wer die marktüblichen Zinskonditionen kennt und sich bis hin zur Anschlussfinanzierung nach Auslaufen einer Zinsbindungsfrist Gedanken gemacht hat, wer seine finanziellen Möglichkeiten und Spielräume offenlegt und der Bank signalisiert, dass er sich umfassend informiert hat, der hat gute Karten auf ein

 „Ok, wir finanzieren Ihren Traum!“